Öffentlichkeitsinformation 02/2026
Zweckverband Energie- und Technologiestandort Freesendorf
Am Hafen 10 in 17509 Lubmin
Der Verbandsvorsteher
Projekt Rückbau der KWK-Anlage im Industriegebiet Lubminer Heide
Mehrere Medien haben in den letzten Wochen über Rückbau und Abtransport einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK-Anlage) in unmittelbarer Nachbarschaft zum Industriehafen Lubmin berichtet. Nachfolgend einige Fakten dazu:
Die Industriekraftwerk Greifswald GmbH (IKG) als Eigentümerin der KWK-Anlage besteht aus einem Joint Ventuere der SEFE Energy GmbH und der EON Energy Projects GmbH. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Kassel. Der Gesellschaftszweck besteht in Planung, Errichtung und Betrieb der KWK-Anlage am Standort Lubminer Heide.
Die KWK-Anlage diente der Erwärmung des russischen Erdgases nach dem langen Transport über ca. 1.200 km durch die Ostsee via Nord Stream Pipelines zur Einspeisung in das deutsche Gasfernleitungsnetz. Dafür wurde Strom produziert; bei Stromüberschuss erfolgte die Einspeisung über die 110 KV-Leitung in das örtliche Stromnetz.
Mit dem Ende der Erdgaslieferungen aus Russland war eine Stromerzeugung für die Erdgaserwärmung nicht mehr notwendig. Der Wärmebedarf fiel weg, die KWK-Anlage wurde wirtschaftlich unrentabel. Die Pipelines wurden bekanntlich nahe Bornholm/DK im September 2022 durch Sprengungen schwer beschädigt.
Da nach Unternehmensangaben auch keine anderen potentiellen Wärmeabnehmer identifiziert werden konnten und der Weiterbetrieb für die Netzstabilität am Industriestandort nicht erforderlich ist, wurde der Betrieb im Jahr 2023 eingestellt und die Stilllegung und der Rückbau der Anlage bis Ende 2026 zwischen den Gesellschaftern der IKG vereinbart.
Alle oberirdischen Anlagenteile werden der Ukraine im Rahmen eines Hilfsprojektes zur Sicherstellung der dortigen Energieversorgung überlassen. Der Beginn der Baustelleneinrichtung ist nach Unternehmensangaben ab Juni 2026 geplant. Die Ukraine soll für Rückbau und Transport der Anlage selbst verantwortlich sein.
Für den Fall späterer Reparatur der Nord Stream Pipelines und einer eventuellen Wiederaufnahme des Erdgastransportes durch diese nach Lubmin, ist nach Auskunft der IKG die Erwärmung des Erdgases auch ohne die KWK-Anlage möglich.
Industriehafen Lubmin, 23.05.2026
gez. Axel Vogt/Verbandsvorsteher
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